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    Ausflug nach Chinchón: eine Reise ins Mittelalter

    10.03.2017 - Meike von Lojewski / Madrid für Deutsche 

    Gäste, die das typische Spanien abseits der Hektik einer Großstadt erleben oder für einen Tag einfach etwas Ruhe geniessen wollen, sind in Chinchón genau richtig. Die 5.400 Einwohner zählende Gemeinde liegt nur etwa 45 Kilometer südöstlich von Madrid entfernt und hat Besuchern viel zu bieten: zahlreiche Sehenswürdigkeiten, typische Spezialitäten und verschiedenste Feste.

     

    Der Hauptplatz des Ortes, die Plaza Mayor, ist in ganz Spanien als riesiger, fast kreisrunder Platz bekannt. Dieser wird von Häusern im typischen Baustil Kastiliens gesäumt: Die Gebäude wurden vom 15. bis 17. Jahrhundert errichtet und besitzen große Galerien, die von hölzernen Balkonen, so genannten “claros”, gesäumt werden. Hier befinden sich zahlreiche Restaurants und Bars. Einmal jährlich, nämlich beim großen Dorffest, wird dieser Platz in eine große Stierkampfarena umgebaut.

     

    Bemerkenswert ist die Kirche “Nuestra Señora de la Asunción” (1534-1626), die 1808 von napoleonischen Truppen geplündert und in Brand gesetzt wurde. Der Wiederaufbau der heutigen Kirche wurde 1828 beendet. Sie beeindruckt durch ihr schmuckloses Äußeres, das die fast blockhafte Monumentalität des Bauwerks noch steigert. Das einschiffige Innere wird durch seitliche Kapellenanbauten vergrößert, in welchen sich Altäre mit den dazugehörigen Retabeln befinden. Der Hauptaltar enthält ein Gemälde Goyas mit einer grossartigen Darstellung der Mariä Himmelfahrt.

     

    Die im ausgehenden 15. Jahrhundert erbaute mittelalterlich anmutende Burg, das “Castillo de Chinchón”, liegt etwa 500 Meter südlich des Ortskerns und ist - trotz der leichten Anhöhe, auf der sie sich befindet - von einem Wassergraben umgeben, so dass der Burghof nur über eine Zugbrücke zugänglich war. Sie wurde von 1590 bis 1598 vom dritten Grafen von Chinchón rekonstruiert, aber 1808 ebenfalls von napoleonischen Truppen in Brand gesetzt. Heute ist sie nur von aussen zu besichtigen.

     

    Auch das Augustinerkonvent ist eine Attraktion. Es wurde von den Grafen von Chinchón im 17. Jahrhundert gegründet. Während des Erbfolgekrieges übernachtete Erzherzog Karl einige Tage hier. Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich der Konvent zu einem akademischen und kulturellen Zentrum, bis die Säkularisierung von Mendizábal stattfand und der Konvent zum Sitz des Gerichts wurde. Der Klausurbereich ist heute zu einem Parador umgebaut worden. Neben dem Konvent befindet sich die Kapelle von “Nuestra Señora del Rosario”, die ehemalige Kirche des Konvents.

     

    Chinchón bietet durch seine grossartige Kulisse einen wundervollen Rahmen für Reisen ins Mittelalter. Dies ist zum Beispiel zu Zeiten des Karnevals auf allen Strassen und Plätzen sichtbar. Seit 2004 findet hier ein grosser Mittelaltermarkt statt, bei dem verschiedene Stande mit Handwerkskunst, Musik, Abendessen und Tanz, Falknervorführungen und zahlreichen Schauspielen und Aktivitäten im Stil des Mittelalters aufwarten.

     

    Im November wird in Chinchón die Tapas-Route durchgeführt. Viele Restaurants und Bars von Chinchón machen mit, so dass man viele verschiedene der leckeren kleinen Häppchen kosten kann.

     

    Zu den kulinarischen Spezialitäten, für die Chinchón bekannt ist, gehört vor allem der Anisschnaps. In den Bäckereien werden aber auch Anisplätzchen verkauft, die sich als besonderes Mitbringsel von dem Ausflug nach Chinchón hervorragend eignen.

     

    CHINCHON VIDEO

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