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    Emotionen verstehen: Was sagen Ihnen Ihre Emotionen?

    27.08.2018 - Christina Maria Cop 

    Einer der Reichtümer des Menschen ist die Fähigkeit eine grosse Anzahl von Emotionen zu erfahren. Die verschiedenen Emotionen Wut, Angst, Trauer, Freude, Eifersucht usw. spielen im Menschen eine sehr wichtige Rolle, sie sind anpassungsfähig und für das Überleben der Menschen notwendig. Darüber hinaus spielt jede Emotion eine besondere Rolle, z. B. ist Traurigkeit eine Weise, seinen inneren Schmerz auszudrücken und gleichzeitig andere Menschen um Hilfe oder emotionale Unterstützung zu bitten oder Wut, macht Sie auf Ungerechtigkeit oder Aggression aufmerksam und gibt Ihnen die Energie entsprechend zu handeln.

     

    Die Aktivierung von Emotionen ist nicht bei allen Menschen gleich. Es gibt Menschen, die sehr emotional sind und auch Menschen, die unsensibel oder unemotional sind. Beide Extreme können schädlich sein, da sie die Lebensqualität des Betroffenen beeinträchtigen. Man ist genauso sensibel, wenn man bei unwichtigen Dingen leicht weinen kann, wie wenn man bei einem kleinen Zwischenfall sehr wütend wird.

     

    Es geht also nicht darum Emotionen verschwinden zu lassen (denn sie sind überlebensnotwendig), Ziel ist es, sie so weit wie möglich zu regulieren damit sie keine weiteren Unannehmlichkeiten verursachen. Diese Kontrolle wird dazu beitragen, die Beziehungen zu anderen zu verbessern und uns selbst besser zu fühlen. Oft passiert es, dass wenn man nicht ausdrückt was man wirklich fühlt und es unterdrückt, sich die Emotionen anhäufen oder sich sammeln, als wären es Briefmarken die mit der Zeit alle zusammen ausgetauscht werden. Z. b.: ein Mann drückt seiner Frau gegenüber nicht aus was ihn stört und wenn er genug ‘’Briefmarken’’ anhäuft, trennt er sich direkt.

     

    ‘’Erste-Hilfe-Kit’’ für eine gesunde emotionale Regulation

    Für ein gesundes emotionales Management gibt es vier wesentliche Schritte:

     

    1.    Die Funktion von Emotionen verstehen. Emotionen dienen einem Zweck, der Ihren fünf Sinnen ähnelt: sie geben Ihnen wertvolle Informationen über sich selbst, Ihrer Umgebung und was Sie mit diesen Informationen tun müssen, das heisst, sowie Sehen und Hören. Emotionen helfen Ihnen gefährliche Situationen zu vermeiden und dem näher zu kommen, was Ihnen gefällt und Freude macht. Sie sind wie ein Radar, mit dem Sie effektiv mit Ihrer Umgebung interagieren können.

     

    Aber so wie Sie sich nicht entscheiden können, dass Sie ihre Nase nur dazu benutzen um leckere Dinge zu riechen, können Sie sich nicht entscheiden, dass Sie nur angenehme Gefühle empfinden wollen.  Alle Emotionen, auch schmerzhafte, haben ihre Funktion und sind daher unerlässlich…

     

    2.    Aufhören, Emotionen zu beurteilen. Ihre Emotionen sind weder gut noch schlecht, aber Sie etikettieren sie so, weil es einige gibt die sich unangenehm, seltsam oder sehr schlecht fühlen lassen. Und da sich niemand gerne so fühlt, ist es am einfachsten, sie so zu etikettieren und sie um jeden Preis zu vermeiden, sie auszuschalten, sobald sie erscheinen. Im Allgemeinen, wenn eine Person Angst vor Wut oder Traurigkeit hat, ist es für sie auch nicht so einfach, Freude, Vergnügen und Zuneigung zu empfinden.

     

    Der erste Schritt besteht also darin, die Angst vor diesen quälenden Emotionen  zu verlieren und zu verstehen, dass es für ein glückliches und erfülltes Leben unerlässlich ist, die ganze Bandbreite der Emotionen zu spüren und zu erleben ohne sie zu beurteilen. Sei es Machtlosigkeit, Frustration, Angst, Wut, Einsamkeit, Traurigkeit, Schuld, Scham, Verwirrung oder Angst.

     

    3.    Emotionen erkennen lernen. Dies ist der schwierigste Schritt, da es primäre, sekundäre, angenehme, unangenehme, neutrale Emotionen gibt… und oft geraten wir in ein Durcheinander.

     

    In Anbetracht der Tatsache, dass es normalerweise nicht schwer ist, positive Emotionen zu erkennen (wir mögen es uns gut zu fühlen und das macht uns normalerweise keine Probleme), ist es hilfreich, mit sehr grundlegenden unangenehmen primären Emotionen zu beginnen: Angst, Traurigkeit und Wut.

     

    Dann entdecken wir nach und nach, dass aus diesen drei noch andere und komplexere entstehen, wie Machtlosigkeit, Verwirrung, Schuld, Scham, das Gefühl der Minderwertigkeit, das Gefühl der Überwältigung, der Blockade… und allen geht eine körperliche Empfindung voraus.

     

    Aber das Problem ist, dass manchmal das körperliche Empfinden vieler Emotionen ähnlich ist: Ihr Herz rast, wenn Sie davor sind etwas Furchtsames zu tun, aber auch, wenn Sie richtig verärgert sind oder wenn Sie aus dem Haus gehen zu Ihrem ersten Date mit dem Mann /der Frau den Sie/die Sie so gerne mögen.

     

    Deshalb ist es sehr nützlich auf den ‘’Tyrannen’’ zu achten, das heisst, auf Ihre negativen Gedanken und den Zusammenhang zwischen ihnen und Ihren Emotionen. Oft entsteht plötzlich ein Gedanke, der je nach Inhalt die eine oder andere Emotion erzeugt. Stellen Sie sich vor, Sie erinnern sich an Ihre Grossmutter, die vor einigen Monaten verstorben ist und die Sie sehr geliebt haben, durch diese Erinnerung werden Sie sicher Traurigkeit oder Nostalgie empfinden.

     

    Nun, das erste, was Sie tun müssen, ist herauszufinden was Sie denken. Zum Beispiel:

    -    Angst kann entstehen, wenn Sie über zukünftige Dinge nachdenken, die Sie beunruhigen.

    -    Traurigkeit kann auftreten, wenn man sich an einen Verlust aus der Vergangenheit erinnert.

    -    Wut kann sich manifestieren, wenn etwas Wichtiges für Sie verletzt wird und Sie darüber nachdenken.

     

    Aber manchmal spürt man zuerst etwas und dieses Gefühl erzeugt einen Gedanken.  Stellen Sie sich vor, Sie gehen die Strasse entlang und hören ein schreckliches Geräusch. Sofort und ohne einen bewussten mentalen Prozess durchzulaufen fühlen Sie Angst und versuchen dann durch Ihre Gedanken eine Erklärung dafür zu finden, was gerade passiert ist. Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt glauben, dass es einen Terroranschlag gegeben hat, wird die Angst zur Panik.

     

    Relevant ist dabei, dass Gedanken immer subjektiv interpretiert werden, Emotionen aber unbestreitbar sind. Deshalb ist es so wichtig, dass Sie wissen wie man sie identifiziert. Wenn Sie den Namen vieler Emotionen nicht kennen, ist es ein guter Zeitpunkt, Ihren Wortschatz zu erweitern, damit sie den nächsten Schritt vollenden können. Wenn Sie den Namen nicht kennen, können Sie den Unterschied nicht erkennen.

     

    4.    Die Emotionen benennen und loslassen. Manchmal müssen wir einfach nur erkennen wie wir uns fühlen, damit die Emotion sich auflöst und ihre Kraft verliert. Dies ist der letzte Schritt dieses  ‘’Erste-Hilfe-Kits’’. Daniel Siegel schlägt eine sehr einfache Technik vor, die darin besteht die Emotion zu benennen um sie zu zähmen. Bringen Sie zum Ausdruck was Sie fühlen und lassen Sie es gehen, denn auf diese Weise lassen Sie Raum für diese Emotion ohne sich daran zu klammern, was die gesündeste Art ist Ihre Emotionen zu managen. Das ist wichtig, weil wir uns manchmal mit Emotionen identifizieren und sie so verstärken. Z.b: ‘’Wenn ich Angst habe, ist es, weil ich ängstlich bin. Ich bin ungeschickt, weil ich mich verwirrt fühle. Wenn ich eifersüchtig bin, heisst es, ich bin die oder der „Schlimmste’’.
    Aber Ihre Emotionen definieren Sie nicht, sie kommen und gehen und geben Ihnen Informationen. So einfach ist das.

     

    Dieser Prozess hat zwei Phasen:

    a)    Ich nenne die Emotion. ‘’Ich bin wütend’’. ‘’Ich habe Angst’’. ‘’Ich fühle mich schuldig’’. ‘’Ich fühle mich klein’’. Fliehen Sie nicht vor der Emotion, laufen Sie nicht weg und geben sie ihr ein Raum.

    b)    Ich lasse sie gehen. Und hier ist es sehr nützlich, sich selbst zu sagen: das geht auch vorbei. All diese Qualen, all diese Sorgen, Wut, Unsicherheit, Einsamkeit… sie werden auch gehen.

     

    Denn sie gehen. Vielleicht fühlen Sie sich ein wenig lächerlich wenn sie es versuchen. Wenn ja, erinnern Sie sich: Sagen Sie, dass Sie sich etwas lächerlich fühlen und es ist nicht so, dass Sie lächerlich sind, sondern sich nur so im Moment fühlen.

     

    Dieser Prozess erfordert, dass Sie genau hinschauen und üben, wann immer Sie können. Sie haben den ganzen Tag über unzählige Möglichkeiten, weil Sie in jedem Moment Dinge spüren.

     

    Zusammenfassend kann man sich folgende Fragen stellen:

    - Wer bist du? Wut, Traurigkeit, Stolz, Scham… was immer Sie auch fühlen, benennen Sie das Gefühl und beschreiben Sie es in Worten. Dies ist der erste Schritt, es zu erkennen und ihm einen angemessenen Raum zu geben.

    - Wo kommst du her? Ziel ist es herauszufinden, welche Situation oder welcher Gedanke die Emotion hervorgerufen hat, mit welchen Menschen oder Orten sie verbunden ist, ob sie nun von einem Ereignis der letzten Zeit stammt oder nicht…

    - Was willst du? Die Emotion hat eine Bedeutung und ein Ziel, nämlich das Gleichgewicht wiederherzustellen. Wenn Sie den wahren Grund für ihr Auftreten kennen, wird es für Sie viel einfacher sein, Ihre Konflikte zu lösen. Ausserdem ist es wichtig sich um diese Emotion zu kümmern und sie zum Ausdruck bringen (weinen, reden, lachen…)

    - Was kann ich dagegen tun? Öffnen Sie der Emotion die Tür, fürchten Sie nicht, dass sie Sie dominieren wird: Nur so wird sie nicht grösser und grösser. Sie wird ihnen selbst zeigen, was Sie brauchen, um Ihr Leben auf Kurs zu bringen.

     

    Um intensive und schmerzhafte Emotionen besser zu tolerieren können Sie:

    -    sich mit etwas ablenken, z.b.: sich an ablenkenden Tätigkeiten beteiligen oder jemanden helfen

    -    jeden der fünf Sinne entspannen, z.b.: einen Sonnenuntergang beobachten, ein Lied singen oder hören, Ihr Lieblingsdessert essen, an Blumen riechen, jemanden umarmen…

    -    den Moment verbessern: Entspannungsübungen machen, im Hier und Jetzt sein (die Gegenwart in der wir leben, konzentriere dich auf das, was du tust)

     

    Einige Vorteile des richtigen emotionalen Ausdrucks sind:

    -    Erhöht die geistige und körperliche Gesundheit

    -    Erhöht das Selbstwertgefühl

    -    Hilft Ihnen bei der Bewältigung von Konfliktsituationen

    -    Erhöht das Selbstbewusstsein (sich selbst, seine Gedanken und Gefühle besser wahrnehmen)

    -    Verbessert und erhöht die zwischenmenschlichen Beziehungen

    -    Ermöglicht Leistungen in allen Bereichen

     

    Christina Maria Cop

    Psychologin

    SINEWS Multilingual Therapy Institute.

     

     

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