madrid

Madrid für Deutsche

Please wait for while...
Madrid

Madrid für Deutsche



    Garantiert biologisch aufbaubar!

    16.07.2016 - HOLLEGHA arquitectos 

    Dass Deutsche in Spanien gerne sesshaft werden, ist nicht zu leugnen. Etwa eine halbe Million lebt angeblich auf der sonnigen Halbinsel, viele haben hier ein bleibendes Zuhause gefunden und Familien gegründet. Aber wer bleibt, will auch ein Nest bauen: laut Eurostat lebt mehr als die Hälfte der Deutschen in Einfamilienhäusern, wiederum die Hälfte davon im Eigentum. Die Qualität des Wohnens steht also ganz vorne bei der Suche nach Lebensqualität.

     

    In den letzten Jahren geht die Entwicklung dahin, Wohnen immer mehr als Aufenthalt in einer gesunden, entspannenden Atmosphäre zu interpretieren. Allzu stressig ist der Alltag, zu hoch der allgemeine Lärmpegel, zu schlecht die Luft nicht nur auf der Straße sondern auch in Büros und öffentlichen Gebäuden. Vor allem für Allergiker kann die hohe Luftverschmutzung, für elektrosensible Menschen die Omnipräsenz der drahtlosen Netzwerke zu einer argen Belastung ihrer Gesundheit werden. Auch Kinder und letztlich wir alle leiden auf Dauer darunter. Der Wunsch nach einem Heim, in dem man sich „gesundwohnen“ kann, ist gross und scheinbar fast unerfüllbar.

     

    Das war auch die Erfahrung von Ana und Jürgen, einem spanisch-deutschen Ehepaar, als sie vor einigen Jahren beschlossen, in der Umgebung von Madrid ein Haus zu bauen. El Mundo hat kürzlich einen Artikel veröffentlicht, in dem ihre ungewöhnliche Hausbaugeschichte erzählt wird. Die beiden beschlossen nämlich, sich ihr Traumhaus in Deutschland maßanfertigen zu lassen und mit dem LKW nach Spanien zu bringen. Ein Umweltwahnsinn? Ganz im Gegenteil!

     

    Ein Holzbau-Unternehmen aus dem Allgäu machte es möglich. Der seit 1996 mit der EMAS Auszeichnung sowie laufend mit Umweltpreisen versehene Betrieb ist vom ersten bis zum letzten Produktionsschritt ökologisch durchgeplant. Sei es der für die Produktion erforderliche Strom, die Herkunft der verwendeten Hölzer, die Holzverbindungen, Holzschutzmittel, Wärmedämmung, oder energiesparende Konzepte, die von der Werksbeleuchtung bis zu den Anfahrtswegen von Personal und Materialien reichen - ständig wird daran gefeilt, die ökologischen Standards zu verbessern. Im Hausbau selbst hat die bereits seit den 70er Jahren auf ökologisches Bauen spezialisierte Firma schon etliche innovative Materialien entwickelt, wie das weltweit als erste Biodämmung mit der Cradle to Cradle-Gold-Zertifizierung ausgezeichnete Produkt „Hoiz“ oder die bis zu 99% der elektromagnetischen Strahlung abschirmende Naturgipsplatte „Xund“.

     

    Aber was das eigentlich Besondere der Häuser ausmacht, ist ihre garantierte Schadstoff-Freiheit. Die in der Bauindustrie praktisch immer anzutreffenden toxischen Komponenten von Klebemitteln, Anstrichen, Kunststoffen, Flammschutzmitteln, Fungiziden etc. wurden in jahrelanger Forschungsarbeit durch ebenso effiziente, aber natürliche Stoffe ersetzt. Zum Beispiel wird die aus Hobelspänen, also einem Nebenprodukt aus der Herstellung der Holzriegelwände, bestehende Wärmedämmung mit Molke und Soda imprägniert, um die Brand- und Pilzschutz-Bestimmungen zu erfüllen.

     

    Besonders bei Niedrigenergie-Häusern, bei denen die Abdichtung nach aussen eine wichtige Rolle spielt, leidet oft die Raumluftqualität. Die an sich geringfügigen Mengen gesundheitsschädlicher Dämpfe, die aus den Baumaterialien entweichen, werden in den Wohnräumen festgehalten und über die Atemwege vom Körper aufgenommen. Eine Raumluftanalyse würde wohl so manchen Hausbewohner unangenehm überraschen. Anas und Jürgens Haus in Miraflores de la Sierra wurde nach seiner Fertigstellung im Rahmen des Standard-Kundenservice mit einem speziellen Messgerät auf potenziell schädliche Substanzen in der Raumluft überprüft.  Ausserdem wurde dieses Haus mit einem Lüftungssystem versehen, das die Aussenluft filtert und den Wärmeverlust verringert. Die Filter können ganz einfach ausgewaschen werden und verhindern das Eindringen von Staub und Pollen.

     

    Wie die Besitzer erzählen, verliefen sowohl die Vorbereitungsphase als auch Transport und Aufbau reibungslos. Als Pilot-Projekt in Spanien musste natürlich das Problem der Legalisierung und Anpassung an spanische Bauvorschriften und Normen gelöst werden, was von einem deutschsprachigen Architekturbüro in Madrid übernommen wurde. Umso schneller ging es dann, sobald der nach den Wünschen seiner Besitzer im Werk in Erkheim angefertigte Holzriegelbau in Miraflores eingetroffen war: auf der vorweg betonierten Fundamentplatte wurde das 265m2 große Haus in nur zwei Tagen aufgestellt, vier Monate später war es komplett bezugsfertig. 

     

    Zurück blieben auch freundschaftliche Beziehungen zu dem deutschen Unternehmen. Ana und Jürgen haben die Interessensgemeinschaft „Construir con Baufritz“ gegründet, um Gleichgesinnte an ihrer Erfahrung teilhaben zu lassen.

    Kommentare (0) :

    Artikel kommentieren
    Artikel-Archiv
    • 05.03.2018 [Kommentare: 0]

      Die Wiederbesiedelung der verlassenen Dörfer in Spanien

      Zahlreiche Kommunen und Nachbarschaftsverbände bieten Wohnraum gratis oder zu günstigen Monatsmieten an, um Städter auf das Land zu locken. Der progressive Wachstum der Städte seit den 50er Jahren und die Vernachlässigung der Agrarpolitik haben dazu beigetragen, dass immer mehr Menschen ihre Dörfer verlassen haben und in die Städte.. Artikel weiterlesen

    • 19.10.2016 [Kommentare: 0]

      Nebenverdienst durch Airbnb: Verschärfte Bedingungen für die Wohnungsvermietung in Spanien

      Der spanische Tourismussektor boomtDas Jahr 2016 zeichnet sich als Rekordjahr für den spanischen Tourismussektor ab. Seit der gestiegenen Terrorgefahr in anderen beliebten mediterranen Reisezielen wie der Türkei, Ägypten oder Tunesien, reisen viele Urlauber bevorzugt nach Spanien. Der Verbund aus den wichtigsten Unternehmen des Sektor.. Artikel weiterlesen

    • 08.01.2015 [Kommentare: 0]

      Eine Ära geht zu Ende: der Ablauf des städtischen Mietgesetzes gefährdet Tausende Arbeitsplätze

      Der 1. Januar - ein Tag, an dem viele Menschen mit guten Vorsätzen in ein neues Jahr starten und Dinge in ihrem Leben verändern wollen. Doch manchmal ändern sich die Dinge auch ganz von selbst, ohne eigenes Zutun, ob man will oder nicht. So ist es vielen Kaufleuten in Spanien ergangen: Mit Beginn des Monats sind ihre Verträge ausgelaufen,.. Artikel weiterlesen

    • 18.04.2013 [Kommentare: 0]

      NEWS: Neue Verordnung: Jeder Hausbesitzer braucht einen Nachweis über den Energieverbrauch seiner Immobilie

      Jeder, der ein Haus besitzt und dieses verkaufen möchte, muss ab dem 1. Juni ein Zertifikat vorlegen, aus dem dessen Energieverbrauch hervorgeht. Bereits seit 2007 war es ein Muss, beim Bau eines Hauses einen derartigen Nachweis zu haben. Auf diese Weise war der Bauträger verpflichtet, eine genaue Studie durchzuführen und d.. Artikel weiterlesen

    • 23.01.2013 [Kommentare: 0]

      NUTZWERT: Versunkenes Büro

      Die Madrider Architekten Selgas Cano realisieren zurzeit zwei großen Kulturbauten in Cartagena und in Plasencia. Ihr neues Büro, eine halb in die Erde gegrabene Leichtbaukonstruktion, versteht sich von den Farben als auch von den simplen Ausstattungselementen her als Testlabor für die großen Bauten: bescheiden und au.. Artikel weiterlesen

    • 11.04.2012 [Kommentare: 0]

      HINTERGRUND: Allein, zu zweit oder doch lieber wieder allein? Die Anzahl der Singelhaushalte in Spanien steigt

      Laut einer Studie des amerikanischen Soziologen Erik Klinenberg, der kürzlich sein Buch “Going Solo: The Extraordinary Rise and Surprising Appeal of Living Alone” veröffentlicht hat, gibt es immer mehr Singelhaushalte auf der Welt. Auch in Spanien ist dieses Fenomen zu beobachten - trotz der Wirtschaftskrise. Seit de.. Artikel weiterlesen

    • 18.07.2011 [Kommentare: 0]

      NEWS: Immobilien: 700.000 spanische Neubauten stehen leer

      Ein Ende der Krise ist noch lange nicht in Sicht, auch wenn spanische Politiker des gern den Menschen einreden wollen. Deutlichstes Zeichen dafür ist der spanische Immobilienmarkt.Die Immobilienkrise stellt Spanien vor massive Probleme: Knapp 700.000 neugebaute Häuser und Wohnungen stehen leer. Vor allem an den Küsten und a.. Artikel weiterlesen

    • 01.07.2011 [Kommentare: 0]

      NEWS: Die Hitze nimmt den Atem

      Ganz Spanien stöhnt unter der großen Hitze die sich über die Iberische Halbinsel gelegt hat, in manchen Teilen stiegen die Temperaturen am Sonntag bis auf 46 Grad und lassen die Menschen kaum noch atmen.In Sevilla wurden um 17 Uhr 45 Grad gemessen, die Straßen waren menschenleer, viele Menschen zogen es vor tagsü.. Artikel weiterlesen

    • 01.07.2011 [Kommentare: 0]

      HINTERGRUND: Der spanische Sommer..

      Endlich Sommer. Die ersten Spanier sind an die Strände geflüchtet. Die Schulen schließen, die Temperaturen sind in Windeseile auf 45 Grad in der Sonne hochgeschellt. Man genießt den Abend, versucht den Mittag irgendwie zu überleben im tiefgekühlten Supermarkt, bleibt im Büro sitzen oder geht schwimmen... Artikel weiterlesen

    • 15.06.2011 [Kommentare: 0]

      INTERVIEW: deutschen Unternehmer in Spanien

      Micheel Wassouf,Director TBZ-Energiehaus1. Was macht Ihr Unternehmen?Wir entwickeln die ersten Passivhäuser in Spanien, gebaut nach dem Deutschen Standard für energieeffiziente Gebäude. Außerdem organisieren wir Events, die die Energieeffizienz- made in Germany in Spanien bekannter machen sollen.2. Wie entstand Ihre U.. Artikel weiterlesen