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    Street Art in Madrid: Eine Stadt bekommt Farbe

    28.09.2017 - Elisabeth Pranter - MfD 

    Bunte Rollläden und großflächig bemalte Hauswände – Street Art verleiht den Straßen Madrids Farbe. Viele Events widmen sich der aktiven Szene, die auch im Geschäftsleben angekommen ist: Straßenkünstler stellen in Galerien aus und sprayen auf Auftrag.

     

    Urban Art: Hotspots in Lavapiés

    Stellt sich die Frage, wo genau ist die Straßenkunst in Madrid zuhause? „Es gibt verschiedene Orte, an denen es vermehrt zu künstlerischen Aktivitäten kommt“, erklärt Guillermo vom Street Art Project Madrid, einer Initiative, die die Szene u.a. durch verschiedene Events fördert. „Einerseits in Zonen, wo Straßenkunst gestattet ist (Tabacalera, Campo de la Cebada, Esta es una plaza …) oder an Orten, die bestimmte Charakteristiken aufweisen, die für die Künstler attraktiv sind.“

     

    Die Straßenkunst konzentriert sich im Zentrum von Madrid in den Vierteln Malasaña, La Latina und im Szeneviertel Lavapiés. Bei urbanen Safaris führt das Street Art Project Madrid durch genau diese Zonen. „Hier können wir auf einer relativ kurzen Strecke eine große Auswahl und Anzahl verschiedener Werke präsentieren“, so Guillermo vom Street Art Project Madrid. Bei den Safaris inklusive: Hintergrundinfos zum Künstler, der Technik und der Botschaft hinter dem Werk.

     

    Potenziale – durch Events gefördert

    Im Viertel Lavapiés finden außerdem viele Street Art Events statt, die nachhaltige Spuren hinterlassen. So stößt man auf eine Vielzahl von Malereien, die im Rahmen von Urvanity entstanden sind. Im Februar lud das Festival für urbane Kunst nationale und internationale Künstler nach Madrid, parallel dazu wurde eine Messe für Urban Art veranstaltet. Der Grundgedanke: Eine Schnittstelle zwischen Galerien und Straßenkunst herzustellen und das künstlerische Potenzial, das die Szene aufweist, aufzuzeigen.

     

    Bei dem jährlich stattfindendem Event C.A.L.L.E im Mai gestalten Künstler den öffentlichen Raum und rund 50 Geschäftsportale in Lavapiés neu. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Von geometrischen Mustern über abstrakte Gesichter und surreale Kompositionen bis hin zu Motiven, die an Pop Art erinnern, finden sich die unterschiedlichsten Stile, Farben und Formen in den Kunstwerken wieder.

     

    Farbenfreude in rechtlicher Grauzone

    Doch nicht alle Sprayer stehen diesen Events positiv gegenüber: Wie auch in Barcelona stehen auf das Sprayen ohne vorherige Genehmigung hohe Geldstrafen. Nichtsdestotrotz ist die Szene etwa im Hipster-Viertel Malasaña sehr aktiv. Im Frühjahr letzten Jahres kam es zu einem Konflikt, als im Zuge der offiziellen, genehmigten Aktion El Pinta Malasaña Künstler 200 Rollläden im Viertel neu gestalteten und andere Graffitis übersprayten – was von den Urhebern dieser als Verstoß gegen die ungeschriebenen Regeln der Graffiti-Szene gewertet wurde.

     

    Kommerzialisierte Kunst: Graffitis als Auftragswerke

    In Madrid hat sich Graffiti inzwischen auch zum Geschäftsmodell entwickelt. Graffiti Madrid bieten Sprayings auf Auftrag an: Besprayte Rollläden oder neu gestaltete Wände sollen Geschäftslokalen ein neues, attraktiveres Gesicht geben und zu einem Hingucker machen. Bei den Motiven handelt es sich dabei nicht um willkürlich entstandene Kunstwerke, sondern um zuvor designte Malereien, die in Absprache mit dem Auftraggeber entwickelt werden. Die Künstler stimmen die Entwürfe auf Branche, Zielgruppe und Corporate Identity ab, bevor sie zur Spraydose oder dem Pinsel greifen.
    Kunst mit Ablaufdatum

     

    Eines haben alle Formen der Street Art gemein: Die Dynamik, die sie so lebendig macht. Das bringt aber auch die Vergänglichkeit mit sich. Wie kann man die Kunst konservieren? Und ist das überhaupt sinnvoll? „Die Werke integrieren sich in die Stadt und verändern sich mit ihr“, so Guillermo vom Street Art Project Madrid. „Wenn sie illegal entstanden sind, sind sie kurzlebig und überleben nicht länger als ein paar Tage, Wochen, möglicherweise Monate. Bei den – legal gestalteten – Wandmalereien ist die Sache nicht so klar, da werden wir sehen, wie sich das entwickelt.“

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