Steuern, Recht und Markt

HINTERGRUND: Erfolgsjahr für spanische Marken

Made in Spain verkauft sich gut in Deutschland

10.01.11

Während die spanische Wirtschaft eines der schwierigsten Jahre beendet, können spanische Marken in Deutschland 2010 große Erfolge vermelden. Der Export und Eintritt in den deutschen Markt stellt eine große Chance für spanische Firmen dar, gerade in Zeiten schwacher Nachfrage im Heimatland.

Santander steigt zur viertgrößten Privatbank Deutschlands auf. Telefonica erweitert ihr Geschäftsfeld durch den Zukauf von Hansenet und der Marke Alice. NH eröffnet sein spektakuläres zweites Designhotel in der Bundeshauptstadt Berlin. Inditex, der Mutterkonzern der Modemarke Zara, vermeldet im dritten Quartal Umsatzzuwächse im Export und bis dato eine Steigerung des Nettogewinns um 42 Prozent. Desigual baut mit einem 10prozentigem Anteil Deutschland als stärksten Exportmarkt aus und eröffnet zahlreiche neue Filialen. Der Kontrollrat der geschützten Ursprungsregion D.O.Ca Rioja verzeichnet in Deutschland ein Absatzwachstum von 12 Prozent für Rioja-Weine.

Es ist unbestreitbar: 2010 war ein Erfolgsjahr für spanische Unternehmen, die im Ausland aktiv waren. Und wie bereits in der Vergangenheit spielt Deutschland dabei eine Schlüsselrolle. Die Größe des deutschen Marktes – für viele mittelständische Unternehmen eine Herausforderung, da sie viel Recherche, Strategieplanung und relativ hohe Investitionen erfordert – ist gleichzeitig auch seine Stärke. 80 Millionen Bundesbürger mit hoher Kaufkraft und gerade wiederentdeckter Konsumlaune sind eine attraktive Zielgruppe. Und während in anderen Ländern wie Frankreich in diesem Jahr erneut Debatten über Protektionismus unter der Parole „kauft mehr (oder nur) Produkte ‚Made in France‘“ aufflammten, stehen die Deutschen nach wie vor ausländischen Produkten sehr offen gegenüber.


Die aktuellen Erfolge von Unternehmen aus dem Dienstleistungs- und Modesektor machen aber auch Hoffnung, dass sich das Image Spaniens von einem reinen Agrarproduktelieferanten und Urlaubsland erweitert und ausdifferenziert. Doch wofür stehen Marken Made in Spain heute? Eine klare Positionierung des Länderimages sucht man leider noch vergeblich. Diese Anstrengung kann auch kaum durch einzelne Unternehmen geleistet werden, sondern nur durch eine konzertierte Aktion, beispielsweise unter Federführung der Handelskammern, des spanischen Instituts für Außenhandel ICEX oder des spanischen Markenforums FMRE (Foro de Marcas Renombradas Españolas).

Quelle: www.marca-espana.eu

Madrid für Deutsche / Ingo Rütten - Spanienexperte und Kommunikationsstratege
ir@venturebrain.de

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